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Beschlusslage der FDP Niedersachsen

Keine Wahlversprechen auf Kosten der Kommunen – Kita-Qualität stärken

Beschlossen vom Landesvorstand am 22.03.2019

Der Landesvorstand hat beschlossen:

Frühkindliche Bildung legt die Grundlage für die weitere Bildungskarriere und ermöglicht auch denjenigen Kindern einen guten Start, denen Unterstützung aus dem Elternhaus aus verschiedenen Gründen fehlt. Die obersten Ziele bei der Unterstützung der frühkindlichen Bildung müssen die Stärkung der Qualität der frühkindlichen Bildung und der kostenlose Zugang zu Kitas für bedürftige Familien sein. Anschließend muss eine generelle Beitragsfreiheit erfolgen. Die Kosten dafür muss das Land Niedersachsen tragen. In den Kindertagesstätten fehlen tausende Erzieherinnen und Erzieher. Der Beruf muss durch die Abschaffung des Schulgelds für die Erzieherausbildung, mehr Aufstiegschancen und bessere Vergütungsmodelle attraktiver werden. Nur so gelingen eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels und wirkliche Qualitätsverbesserungen in den KiTas.

Die Freien Demokraten Niedersachsen fordern deshalb:

1. Wer bestellt, bezahlt

Die Vereinbarung zur Kostenregelung der beitragsfreien KiTa zwischen der Landesregierung und den kommunalen Spitzenverbänden ist zur Finanzierung des Wahlversprechens von SPD und CDU nicht ausreichend. Die Landesregierung drückt damit die beitragsfreie KiTa auf Kosten der – vor allem finanzschwachen – Kommunen durch. Zugleich werden die Probleme in den KiTas vor Ort weiter verschärft. Die Fraktion der Freien Demokraten im Niedersächsischen Landtag hat bereits im Jahr 2017 einen gegenfinanzierten Gesetzesentwurf zur beitragsfreien KiTa vorgelegt, an dem sich die Landesregierung orientieren sollte, denn die vorgesehenen Mittel des Nachtragshaushaltes reichen noch nicht einmal für den getroffenen Kompromiss zwischen Land und Kommunen – geschweige denn für eine Vollfinanzierung – aus.

2. Gute Qualität für alle Kindertagesstätten

Die beitragsfreie KTta verlangt einen Ausbau von Plätzen in Kindertagesstätten, da das Angebot insgesamt – und vor allem im Ganztagsbereich – mehr nachgefragt werden wird. Zudem sind Vertretungskräfte ebenso wenig von der Finanzierungszusage des Landes erfasst wie nötige Investitionshilfen für weitere Kindergartengruppen. Der Landesregierung fehlt jegliche Idee, wie gleichzeitig die KiTta-Qualität flächendeckend sichergestellt werden kann. Die Freien Demokraten Niedersachsen mahnen an, nicht nur über die Beitragsbefreiung von KiTa-Plätzen zu sprechen, sondern auch über die Qualität der Betreuung. Da immer mehr Kinder früher Kindertagesstätten besuchen und mehr Zeit des Tages dort verbringen, wird es immer wichtiger, nicht nur über Kinderbetreuung, sondern auch über frühkindliche Bildung zu sprechen.

Eine wesentliche Baustelle zur Verbesserung der Kita-Qualität stellt die Behebung des Erziehermangels dar. Hierzu sind angehende Erzieherinnen und Erzieher von sämtlichen Ausbildungskosten zu befreien und Fahrtkostenzuschüsse zu Berufsfachschulen anzuregen. Gleichzeitig sind die Einführung eines attraktiven Ausbildungsvergütungssystems und eine Überführung der Ausbildung ins duale System zu prüfen. Auch die Möglichkeit, sich im dualen Studium zum Erzieher auszubilden, soll geschaffen werden.

Eine vollständige Akademisierung des Erzieherberufs lehnen die Freien Demokraten Niedersachsen jedoch ab. Stattdessen müssen die Möglichkeiten zur fachlichen Weiterbildung massiv ausgebaut werden. Nach Ausbildung und Berufserfahrung können sich Erzieher berufsbegleitend oder in Vollzeit fachlich, z.B. in Form eines Studiums oder an Weiterbildungsinstituten, weiterbilden und sich so für Leitungsaufgaben qualifizieren.

3. Aus KiTa-Betreuung wird KiTa-Bildung

Frühkindliche Bildung macht aus Kindertagesstätten keine Schulen, sondern fördert Kinder in den spielerischen Situationen ihres Alltagslebens. Durch bewusstes Anleiten und Begleiten im Spiel können gezielt Defizite in der Beherrschung von Sprache, von Zahlen und anderen frühkindlichen Kompetenzen beseitigt und schnelle Fortschritte erreicht werden. Dazu braucht es ein Bewusstsein über die Möglichkeiten der frühkindlichen Bildung, entsprechend ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher, eine entwicklungspädagogische Begleitung vom Eintritt in die KiTa bis zur Einschulung und eine enge Kooperation von KiTas und Grundschulen.