Ulla Ihnen: Das Verbot von Einwegplastik geht an den eigentlichen Problemen vorbei
Heute hat das Bundeskabinett ein Verbot von Einwegplastik beschlossen. Dazu erklärt die für Umwelt und Klima zuständige Haushaltspolitikerin im Bundestag, Ulla Ihnen (FDP):
© Studio Kohlmeier
„Mit dem Verbot von Einmal-Plastik setzt die Bundesregierung zwar eine EU-Verordnung um, tut dabei aber effektiv wenig für wirklich mehr Umweltschutz. Den Bürgerinnen und Bürgern soll vorgetäuscht werden, dass sich so die Verschmutzung der Meere wirklich aufhalten ließe.
Das Gegenteil ist aber der Fall. Die Ursachen für den starken Plastikeintrag in die Meere werden so nicht gelöst: Es fehlt weltweit an effektiver Abwasseraufbereitung in Schwellen- und Entwicklungsländern und es existiert nach wie vor kein EU-weites Deponieverbot für Siedlungsfälle. Hier sollte das Bundesumweltministerium auch im Zuge der der EU-Ratspräsidentschaft vorangehen und Initiative zeigen. Solange die Ministerin das nicht tut, bleibt ein simples Verbot von Wattestäbchen reine Schaufensterpolitik.“